Wie alles begann

1971 rumorte es in Capelle. Wer Sport treiben, insbesondere Fußballspielen wollte, mußte sich auswärts umsehen - in Capelle gab es keine Möglichkeit. Dieser Mißstand rief Georg Baartz auf den Plan. Mit der Aussage, daß dies nicht viel Arbeit sei, machte er kurzentschlossen Karl Heinrich Appel zum vorläufigen Geschäftsführer des neu zu gründenden Sportvereins. Letzterer wunderte sich später, wieviel Stunden "wenig Arbeit" sein können.

Mit handgeschriebenen Plakaten luden die beiden Enthusiasten am 17. April 1971 alle Interessierten zur Gründungsversammlung in die Gastwirtschaft Steffens ein. Ergebnis: 128 Eintragungen in der vorläufigen Mitgliederliste.

Am Fronleichnamstag im Juni 1971 war es dann soweit: Mit der ersten ordentlichen Generalversammlung wurde der Sport Club Capelle '71 (Vereinsfarben: Schwarz-Gelb) ins Leben gerufen. Rolf Gieselmann wurde zum ersten Kassierer gewählt, und der Vorstand war komplett.

Neben den obligatorischen und amtlichen Formalitäten, um am Meisterschaftsbetrieb im Kreis 21 Lüdinghausen teilzunehmen, gab es noch das Problem der Spieler. In Capelle lebten zwar genug Fußballer, doch die spielten in anderen Vereinen. Aber auch diese Hürde wurde genommen. Die Spieler meldeten sich bei ihren alten Vereinen ab und kamen zum SCC.
Der erste Trainerder Seniorenmannschaft war Dieter Mill, heute Obmann der Alte Herren Abteilung. So startete Capelle mit einer Seniorenmannschaft und zwei Jugendmannschaften in die Saison 1971/72.

Es gab einen Vorstand, einen Trainer und drei Fußballmannschaften. Was fehlte, war ein Sportplatz. An der Gorfeldstraße gab es zwar eine Wiese, auf der hin und wieder gekickt wurde, aber für die meisterliche Bolzerei war er eigendlich zu schmal. Dennoch erhielt der SCC eine Sondergenehmigung, um auf dem Platz - zum Verdruß vieler Gegner - Meisterschaftsspiele auszutragen. Der zu kleine Platz brachte manchen Gegner zur Verzweiflung und den Capellern einen erheblichen Heimvorteil. Allerdings mußte der Platz bis zur Saison 1972/73 den Anforderungen entsprechen. Diese Auflage wurde erfüllt. So konnte man am 17. März 1972 in der Lokalzeitung Lesen:
"Auf Capeller Sportplatz in Zukunft Pokalspiele."
Bereits zur vierten Saison nach der Gründung meldete der SCC zwei Seniorenmannschaften, eine Alte Herren und vier Jugendmannschaften für den Spielbetrieb. Zwischenzeitlich (1975) war die 1. Mannschaft in die 1. Kreisklasse aufgestiegen.

Die weitere Entwicklung

Am 24. September 1976 erhielt der Sportplatz eine Flutlichtanlage. Doch damit nicht genug. Denn die Bodenbeschaffenheit des Rasenplatzes ließ viele Spiele zur Schlammschlacht werden, oder sie wurden erst gar nicht angepfiffen. Also wurde - wie bei fast allen Arbeiten am und um den Platz - mit viel Eigenleistung der Mitglieder und Freunde des SCC im Juli 1977 eine Drainage verlegt. 1600 Meter Leitungen, 270 Tonnen Asche und 300 Kubikmeter Boden wurden verarbeitet. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. 1980 sollte eine neue Methode Abhilfe schaffen. Aber auch diese Arbeiten wie die 1984 durchgeführte Auflockerung und Vermischung des Untergrundes mit Asche halfen nicht. Trainings- und Spielbetrieb waren zu viel für den Rasen. Am 13. September 1990 wurde neben dem Rasenplatz der Tennenplatz fertiggestellt.
An all diesen Maßnahmen und Arbeiten war immer eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer beteiligt. Ohne deren Einsatz wäre die Sportanlage des SCC nie zu ihrem jetzigen Erscheinungsbild gelangt. Als Beispiel hierfür stehen der Bau der Umkleidekabinen (1980) und der Verkaufshäuschen (1987 und 1996) sowie der Nebenbebäude am Tennenplatz (1991).
Zehn Jahre nach der Gründung zählte der Sportclub Capelle 430 Mitglieder. Jeder dritte Bürger aus Capelle war Mitglied des Vereins.

Im Laufe der Jahre bildeten sich neben der Fußballabteilung noch Gruppen für Leichtathletik, Volleyball, Gymnastik und Radfahren.